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Elternbeiratsarbeit digital - Interview

Die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Zeit stellen und stellten viele Elternbeiräte vor die Herausforderung in Kontakt zu bleiben. Es mussten Lösungen gefunden werden, um Elternbeiratssitzungen abzuhalten und für Familien als Ansprechpersonen zur Verfügung zu stehen.  Im folgenden Gespräch berichtet ein Elternbeiratsmitglied aus der Kita Hennersdorfer Weg 1 in Dresden von der digitalen Zusammenarbeit im Elternbeirat.
In der Kindertageseinrichtung ist Platz für 133 Kinder und der Elternbeirat besteht aus 8 Mitgliedern

Wie haben Sie die Elternbeiratssitzungen während der Corona-Pandemie durchgeführt?

Bereits vor unserer ersten Sitzung als neu gewählter Elternbeirat begannen die Corona-Bestimmungen und ein persönliches Treffen in den Räumlichkeiten der Kita war für uns nicht möglich. Wir haben deshalb damit begonnen, alternative Möglichkeiten für die Elternbeiratsarbeit zu diskutieren und zu organisieren. Durch meine beruflichen Erfahrungen mit Videokonferenzen (z.B. mit Hilfe von Microsoft Teams oder Zoom) und den Konsens zur digitalen Zusammenarbeit im Elternbeirat, haben wir uns zeitnah nach der Wahl zur konstituierenden Elternbeiratssitzung in digitaler Form zusammengefunden.Seitdem haben wir einen festen Rhythmus und treffen uns jeden 2. Dienstag im Monat zur digitalen Elternbeiratssitzung. Dieser liegt eine zuvor erstellte digitale Agenda zugrunde, welche in der Sitzung in Form eines Protokolls besprochen und bearbeitet wird. Das entstandene Protokoll wiederum bildet die Agenda für das kommende Treffen und wird nach jeder Sitzung, gemeinsam mit einem neuen Sitzungstermin, an die Elternbeiräte verschickt und im Anschluss digital archiviert. Uns ist dabei wichtig, die Aufgaben und Deadlines transparent und in den Verantwortlichkeiten abzubilden. Uns hilft diese Struktur sehr.

Wie wurde der Kontakt mit den Familien aufrechterhalten? 

Auch der Kontakt mit den Familien wurde größtenteils per Mail gehalten. Wir haben als Elternbeirat einen eigenen E-Mail-Verteiler mit den Adressen der Familien. So haben wir die Eltern über unsere Arbeit informiert und immer wieder aktiv angeboten, die Eltern bei auftretenden Problemen und Fragen zu unterstützen.  So häuften sich speziell im zweiten Lockdown die Nachfragen zum Vorgehen bei Quarantäne-Fällen in einzelnen Gruppen oder zum eingeschränkten Regelbetrieb. Wir haben den Eltern zur Klärung der Fragen gemeinsam mit der Leitung einen digitalen Elternabend vorgeschlagen, der im Nachhinein sowohl durch uns also auch die Leitung sehr positiv bewertet wurde. Die Eltern hatten die Möglichkeit, im Vorfeld ihre Fragen per Mail an uns zu schicken, damit wir als Elternbeirat diese aufbereiten und an die Leitung zur Vorbereitung der Veranstaltung kommunizieren konnten. Am Tag des Elternabends haben sich 50 Teilnehmende eingewählt. Dieser digitale Kontakt tat grundsätzlich erstmal allen gut und hat unserer Ansicht nach dazu beigetragen, die notwendigen Maßnahmen des eingeschränkten Regelbetriebs seitens der Kita transparent zu kommunizieren und die Elternschaft für die Gestaltungsspielräume der Kita zu sensibilisieren.  

Was sind die Grenzen der digitalen Zusammenarbeit? 

Um geplante Themen zu besprechen und abzuarbeiten, bietet sich die digitale Variante gut an. Aber wenn es darum geht, kreativ zu werden und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und auch umzusetzen, stößt man an Grenzen. Speziell gemeinsame Aktivitäten im Kitakontext (z.B. Beeteinsatz im Frühling, Kita-Feste, etc.) stärken den Zusammenhalt, im Elternbeirat, der Elternschaft und gegenüber der Kita. Für solche Themen freuen wir uns schon darauf, in Präsenz gemeinsam Ideen zu entwickeln und gemeinsam in den Kitaalltag zu überführen.   

 

Gibt es etwas, was Sie nach der Zeit der Kontaktbeschränkungen weiterführen wollen? Was hat sich bewährt? 

Momentan ist ja noch nicht absehbar, wann wieder Treffen vor Ort als Elternbeirat möglich sein werden. So lange sind wir froh, die digitale Variante nutzen zu können. Ich kann mir gut vorstellen, danach auf ein hybrides Modell umzustellen, den Konsens im Elternbeirat vorausgesetzt, d.h. Treffen vor Ort und digitale Treffen im Wechsel. Denn einen großen Vorteil haben die digitalen Treffen – Dezentralität (ohne Anfahrtswege) und mehr Flexibilität in der Organisation. Die Treffen können somit so gelegt werden, dass sie auch abends stattfinden können, wenn die Kinder im Bett sind und man somit die Betreuung nicht organisieren muss.  

Wir danken dem Elternbeirat der Kita Hennersdorfer Weg 1 für dieses Interview und wünschen viel Erfolg fü die weitere Zusammenarbeit.

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Das Programm KITA-Rat der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung findet in Kooperation mit dem Stadtelternrat Dresden statt und wird durch die Landeshauptstadt Dresden gefördert.